Stationärmotoren

DKW Schallplatte 1932, Seite 1

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DKW Schallplatte 1964 12:40 Min.

Das Thema Stationärmotoren wird leider von (fast) allen DKW-Interessenten vernachlässigt. Warum? Wenn man ein DKW Motorrad besitzt, so interessiert man sich halt in erster Linie für Zweiräder aus dem Hause DKW. Gleiches trifft auf Automobil-Kollegen zu. Beiden Themen kann man sich jeweils zur Lebensaufgabe machen, dennoch wird man niemals “alles” wissen. Hinzu kommt, wir wissen von DKW-Kühlanlagen und DKW-Waschmaschinen, man registriert die Tatsache interessiert und verwundert am Rande. Von Stationärmotoren weiß man natürlich, auf den Märkten liegt ja oft mal so ein Stück Eisen rum, meistens ein Stromaggregat aus dem Zweiten Weltkrieg. Ja, man würde sich das Teil gern zu Hause hinlegen, schließlich steht ja DKW drauf; aber das Gewicht............! Außerdem hat man ja zu Hause Strom aus der Steckdose. Thema abgehakt! Ähnlich erging es mir; aber das Ergebnis stellte mich nicht zufrieden. Folglich beschränkte ich mein Interesse auf “Papier”. Nicht die schlechteste Wahl, wie ich bald festgestellt habe, Stationärmotoren eröffnen einem eine neue Welt!

Des Knaben Wunsch. 18 ccm, 0,25 PS. 1919 wurde der Urahn aller DKW Zweitaktmotoren im Rahmen der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt.

1: AUTO UNION Werkfoto

2: Privatfoto

Auszug aus der DKW - Praxis, Sonderheft Februar 1939.

Der DKW - Einbaumotor in der Landwirtschaft.

Unter “Einbaumotor” verstand man früher eigentlich nur den Motor, der in “Gespannbindemähern” zum Antrieb des gesamten Mäh- und Bindemechanismus eingebaut wurde.  .....Teils in dem verständlichen Bestreben den einmal vorhanden Motor noch weiter auszunutzen, teils aus der dringenden Notwendigkeit der weitestgehenden Motorisierung landwirtschaftlicher Maschinen heraus, haben sich aber noch weitere Anwendungsgebiete in einer Zahl und in einem Umfange entwickelt, wie sie im vollen Ausmaße nicht einmal allen Fachleuten der Landmaschinenbranche bekannt sind. ..... Für jetzt dürfte die Erkenntnis genügen, daß aus dem DKW - Einbaumotor für Gespannbindemäher der DKW - Einbaumotor für die Landwirtschaft allgemein geworden ist.

Bei einer solchen Sachlage ist es naturgemäß wünschenswert, auch die Entwicklung bzw. die Anfänge des Einbaumotoren - Prinzips kennen zu lernen. Wie auch Heft 40 der RKTL - Schriften berichtet, wurden die Gedanken der Motorisierung des gesamten Mechanismus der Bindemäher schon 1903 von Geheimrat Nachtweh aufgegriffen. Es ist nicht verwunderlich, daß dieser erste Ruf nicht das erforderliche Echo fand, denn einmal muß berücksichtigt werden, daß in der damaligen Zeit neue Ideen nicht immer auf das notwendige Verständnis stießen und zum anderen mögen sowohl Lösung (man bedenke nur die Motorenfrage!) als auch das wirkliche Bedürfnis (wieviel Bindemäher gab es z.B. damals überhaupt in Deutschland?) nicht interessant genug gewesen sein.

 

Erst nach dem Weltkrieg ist dann diese Idee wieder aufgegriffen worden und zwar getrennt von zwei Seiten, nämlich von Philipp, Landsberg-Warthe und von Haas, Nürnberg-Wetzendorf. Philipp hat, soweit erkennbar, seine Anregungen, oder zumindest eine Vertiefung seiner Ansichten auf einer Studienreise 1924 in Amerika empfangen. Haas dagegen hat nur aus eigenem Streben nach technischer Verbesserung heraus die Bedeutung des Einbaumotors erkannt. Trotz des verschiedenen Ursprungs ihrer Ideen haben beide sich entschieden für den Einbaumotor für Bindemäher ausgesprochen.

Dabei ist keineswegs außer acht zu lassen, daß damals nicht in Deutschland und erst recht nicht in Amerika für den Einbaumotor so günstige Voraussetzungen vorgelegen haben, als sie in den letzten Jahren sich ergaben. Damals hatten wir in Deutschland noch Pferde genug für landwirtschaftliche Zwecke, sodaß die Frage des dritten Pferdes wirklich keine entscheidende Rolle spielte. In Amerika zudem hatte hatte bekanntlich das “dritte Pferd” niemals die bei uns solcher Frage zugemessene Bedeutung. Wenn dennoch dem Einbaumotor in Amerika große Beachtung geschenkt wurde, so geschah dies zweifellos nur aus der richtigen Erkenntnis heraus, daß der Einbaumotor im Binderbetrieb eben mehr leistet als das dritte Pferd.

Nachdem für solche Motorisierung der Gespannbindemäher damals nicht genügend leichte Motoren in Amerika zur Verfügung standen, entwickelte sich allerdings dann mehr der Zapfenwellenantrieb. Auf diese Weise zeigten sich immer mehr die Vorzüge des getrennten Antriebs des Mäh- und Bindemechanismus von der Vorwärtsbewegung des Binders. So vorteilhaft diese Lösung war, konnte sie doch nur Schlepperbesitzern

Postkarte anläßlich der Leipziger Frühjahrsmesse vom 5. bis 13. März 1939

zugute kommen. Betriebe ohne Schlepper und solche Güter, die außerdem noch auf Motorisierung sonstiger Maschinen angewiesen waren, erschien demgemäß die Lösung durch Einbaumotor weit vorteilhafter, umsomehr als durch die Entwicklung der Technik dann die besser geeigneten, leichteren Motoren (vergleiche DKW - Motoren) zur Verfügung standen.

In den letzten Jahren ist es dann bei uns zu einem beachtlichen Aufschwung im Einbaumotorengeschäft gekommen, der als bekannt vorausgesetzt werden kann. In erfreulicher Wechselwirkung ergab sich hieraus eine Verbreiterung der Anwendung......  Ende des Auszugs.

Links: Betriebs-Anleitung von ca. 1930. Behandelt werden die Motoren Type O mit Sockel und Type P.

Rechts: Innenblatt der BTA. Hier werden DKW - Klein - Dieselmotoren mit 4 und 8 PS beworben. Wer weiß mehr darüber?

Prospekt vom Mai 1936, A4, 4 Seiten.

Vorgestellt werden die Motoren EL 100, EL 201, EL 301, EW 301, EL 461, EW 461, ZW 600, ZL 920 und ZW 1100.

Alle EL und EW Typen werden auch mit der Zusatzbezeichnung U angeboten. U = Untersetzungsverhältnis. In diesem Fall 1 : 2,33

Einbaubeispiele: Motorpflug, Pumpe, Bindemäher, Baumsäge, Bitumenmaschine, Lieferwagen, Außenborder, Flugzeug, Bodenfräse, Feuerspritze, Draisine.

Prospekt vom Juni 1937. A4, 4 Seiten.

Anwendungsbeispiele: DKW-Einbaumotor im Gespannbindemäher, auf Karre beim Antrieb einer Dreschmaschine, auf Trage beim Antrieb einer Kreissäge.

DKW-Einbaumotor im Einachsschlepper beim Pflügen, Grasmähen, Fräsen und beim ziehen eines Jauchewagens, einer vierteiligen Egge, einer Hederichspritze, einer dreiteiligen Ackerwalze, eines Heuwenders, einer Drillmaschine, einer Hackmaschine und bei der Schädlingsbekämpfung mit angebauter Baumspritze.

Prospekt vom Jan. 1938. A4, 2 Seiten.

Hier geht es um den Motor EL 125 für Gespann - Grasmäher.

Das nächste Blatt wurde natürlich gleich dazu gelegt.

Prospekt vom Mai 1938.  A4, 2 Seiten.

EL 125 mit allen Ausstattungsvarianten.

Ob den Landwirt die Schnittzeichnungen interessiert bleibt mehr als fraglich.

Auto Union - DKW Motoren - Fibel für Tragkraftspritzen. Betriebsanleitung für die Motoren - Typen ZW in TS 4 und TS 8. (Bisher: Motoren-Taschenbuch Nr. 2, Mota 2)

Schulungsbuch für Maschinisten von Tragkraftspritzen TS 4 und TS 8 zur Bedienung und Wartung der Motoren Typ ZW 600 und ZW 1100 (1101 bis 1103). ZW 600 = 400 l/min = TS 4. ZW 1101 = 800 l/min = TS 8. ZW 1101 ist der Grundtyp, die Typen 1102 und 1103 unterscheiden sich durch verschiedene Vergasertypen und kleinere Ausführungs-Abänderungen.

Diese Betriebsanleitung stellt bislang alles in den Schatten was ich von DKW gewöhnt bin. Auf 88 Seiten finden sich ca 170 z. T. farbige Abbildungen! Eine sehr aufwändig hergestellte BTA vom 1. Februar 1944. Bestellnummer: D 540.

Betriebsanleitung für DKW Universal-Motoren. EL 125, EL 201, EL 301, EW 301, EL 462, EW 461, ZW 601, ZW 1101.

A5, 50 Seiten, 1 Klapptafel. 1. Nov. 1940

Bestellnummer M7, D 267. 114015

und 1. August 1941

Bestellnummer M8, D 358. 84120